Think big, plan small: So erreichst Du Deine Ziele!

Fröhliche Gruppe am Berggipfel, die in die Luft springt

Nur, wer sich große Ziele steckt, kann auch große Ziele erreichen. Mit der richtigen Herangehensweise kann das jeder schaffen.

In jedem Motivationsratgeber stolpern wir früher oder später beim Abschnitt Zielerreichung über die Zauberformel „Think big„. Groß denken und Großes erreichen. Im folgenden Beitrag erläutere ich, warum es so wichtig ist, sich Ziele zu setzen und gebe Tipps, wie wir diese so setzen, dass wir sie auch erreichen und uns damit persönlich wie beruflich weiterentwickeln können. 

Der Tipp, groß zu denken, klingt zunächst logisch, denn wer klein denkt, limitiert sich selbst in seinen Möglichkeiten und erreicht entsprechend weniger. Viele scheitern aber auch schon daran, dass sie sich nicht die richtigen Ziele setzen und somit von Anfang an die Weichen falsch stellen. 

Wofür brauchen wir überhaupt Ziele?

Viele von uns haben Wünsche und Träume, deren Verwirklichung wir anstreben, die Sehnsüchte in uns wecken und von denen wir glauben, dass sie uns glücklicher machen. Bei vielen bleiben die Träume allerdings nur Traumschlösser, vielleicht, weil sie so verrückt sind, dass man an deren Erfüllbarkeit von vornherein nicht glaubt oder, weil es einem an der Strategie fehlt, um diese Wirklichkeit werden zu lassen.

Ziele zu setzen ist das Vehikel, um eine taugliche Strategie zur Umsetzung unserer Wünsche zu entwickeln. Es dient auch dazu, Klarheit in unserem Kopf zu schaffen, aus etwas Losem und Abstraktem etwas Konkretes, eine messbare Größe zu formen. Unsere Handlungen erfolgen auf diese Weise zielgerichteter. Oft kristallisiert sich dabei heraus, dass wir womöglich gar nicht so genau wissen, was wir eigentlich wollen. Das scheint auf den ersten Blick eine triviale Frage zu sein. Aber vermeintliche Ziele wie „glücklich werden“, „sich selbständig machen“, „erfolgreicher werden“ oder „mehr Geld verdienen“ sind lediglich Wünsche und Absichtsbekundungen, aber keine echten Ziele. 

Wenn man seinen Angestelltenjob satt hat und sich gerne selbständig machen möchte, stellt sich zuallererst die Frage, womit denn? Viele wissen gar nicht, wie es ihnen selbständig möglich wäre, Geld zu verdienen. Sie glauben oft, dass sie nicht gut genug sind und dass sie über keine besonderen Talente und Kenntnisse verfügen. Es gibt tatsächlich eine Vielzahl an Ratgeberliteratur, die sich nur damit beschäftigt, wie man herausfindet, was man wirklich will und kann.

Herausfinden, was man wirklich will

Dies kann ich auch aus eigener Anschauung bestätigen. Schon immer habe ich Menschen in meiner Umgebung bewundert, die mit Klarheit von sich behaupten konnten, das zu tun, was sie erfüllt, dass sie mit ihrem eingeschlagenen Weg zufrieden sind und schon immer wussten, dass nur dieser Weg in Frage gekommen sei. 

Ich hingegen habe früher immer auf eine Eingebung gewartet. Nach dem Abitur wusste ich nicht, was ich studieren sollte, also habe ich erst mal eine Ausbildung zur Bankkauffrau gemacht. Ich dachte mir, dass es nicht schaden könnte, und nach zwei Jahren sähe ich bestimmt klarer. Nach zwei Jahren wusste ich zwar, dass ich keine Lust hatte, an einem Bankschalter zu versauern, hatte aber noch immer keine Ahnung, was ich studieren wollte. Also schnappte ich mir das Heftchen mit allen Studiengängen, filterte alles raus, was irgendwie mit Naturwissenschaften zu tun hatte und wo man einen Statistikschein machen musste, und schon landete ich – Überraschung – bei Jura. Gut, ich hätte auch Literaturwissenschaften oder Kunstgeschichte studieren können, aber im Hinterkopf erinnerte mich meine Vernunftstimme daran, dass ich irgendwann auch Geld verdienen sollte. 

Das war’s, rückblickend betrachtet eine völlig irrationale Entscheidung an einem Wochenende, die den Rest des Lebens prägen soll und bei der ich noch zwei Jahre an Ausbildungszeit verdaddelt habe. Bis ich wirklich etwas verändert und den Weg eingeschlagen habe, bei dem ich das Gefühl hatte, meinem Herzen zu folgen, sind noch einmal ein paar Jahre ins Land gezogen.

Das zeigt wunderbar auf, dass es fatale Zeitverschwendung ist, auf irgendwelche Eingebungen zu warten. Wenn man sich nicht darüber im Klaren ist, was man machen oder wohin man sich verändern möchte, sollte man sofort aktiv werden. Intensiv darüber nachdenken, was man mit sich anfangen möchte, Erfahrungsberichte anderer lesen, sich ausprobieren und wenn es der eingeschlagene Weg nicht ist, den Mut haben, diesen wieder zu verändern. Hätte ich mein Schicksal nicht irgendwann selbst in die Hände genommen, würde ich heute noch auf ein Zeichen warten. 

Konkrete Ziele setzen

Es ist völlig okay, schwammige Wünsche zu haben. Im nächsten Schritt muss das schwammige Etwas aber mit Leben gefüllt werden. Es müssen konkrete Ziele entwickelt werden, um nicht Gefahr zu laufen, bei abstrakten Absichtsbekundungen hängenzubleiben.

Wer sich dabei von vornherein zu kleine Ziele setzt, bleibt im Klein Klein hängen und kann sich nicht weiterentwickeln. Sich große Ziele zu setzen, für die man Begeisterung empfindet und die den Ansporn bilden, alles für die Erreichung dieser Ziele zu tun, ist also die Maßgabe. 

Man sollte zwar schon darauf achten, sich keine völlig unerreichbaren Ziele zu setzen. Denn wenn man dann scheitert, wird man leicht frustriert, beginnt, an sich und seinen Fähigkeiten zu zweifeln, und sabotiert sich damit selbst. Niederlagen werden in der Folge als Beweis der eigenen Unfähigkeit wahrgenommen und irgendwann gibt man schließlich auf. Man findet sich damit ab, dass es eben der falsche Weg war, der nicht zu einem passt. 

Die Frage ist nur, was ist unerreichbar und wer hat das zu bewerten? Das Wichtigste ist, dass wir selbst fest an die Erreichung unseres großen Zieles glauben und dafür alles in Bewegung setzen. Und im Zweifel sollte eher die Losung sein, sich zu trauen und loszumarschieren als aufzugeben.

Think big am Beispiel Arnold Schwarzeneggers

In diesem Zusammenhang fällt mir eine großartige und sehr inspirierende Motivationsrede Arnold Schwarzeneggers ein, in welcher er betont, wie wichtig es ist, eine Vision, ein Ziel zu haben. Er hatte in jungen Jahren ein Poster mit dem damaligen Mister Universe Reg Park gesehen und wusste sofort, dass er Bodybuilder werden und Filme drehen wollte. Also trainierte er von da an sehr hart. Er beschrieb, dass er jeden Tag mehrere Stunden im Gym zubrachte und sich auf jede einzelne Wiederholung freute, weil diese ihn seinem großen Ziel näherbrachte. Drei Jahre später wurde er schließlich der jüngste Mister Universum. 

Dann drängte es ihn in die Schauspielerei. Also arbeitete er wiederum hart für sein Ziel, indem er Englisch- und Schauspielunterricht nahm und versuchte, seinen harten österreichischen Akzent loszuwerden. Nach dem ersten Flop gab er nicht auf, weil er seine Vision verfolgte. Schwarzenegger versuchte es weiter, bis er schließlich mit “Konan, der Barbar” seinen Durchbruch erzielte. Der Regisseur meinte auf der Pressekonferenz, dass, wenn es diesen Körper nicht gegeben hätte, man einen mit Arnolds Körper hätte erfinden müssen. Das gleiche beim Riesenerfolg “Terminator”. Der dortige Regisseur sagte, dass der Film wahrscheinlich keinen Erfolg gehabt hätte, wenn Schwarzenegger nicht wie eine Maschine sprechen würde. Sein Akzent hat also gerade den Unterschied gemacht. 

Völlig fassungslos erzählte er, dass viele Menschen ziellos umherdrifteten und gar nicht wüssten, was sie überhaupt wollten, um dann in einem Job zu enden, der ihnen keinen Spaß machte. Schwarzenegger hingegen hat alles erreicht, was er sich vorgenommen hatte. Zwei Punkte hat er dafür als entscheidend hervorgehoben:

  1. have a vision,
  2. don’t listen to the nay-sayers.

Beim zweiten Punkt musste ich wirklich schmunzeln, denn das kennt doch jeder. Man kommt mit einer Idee um die Ecke, und die Reaktion des Partners, des Chefs, oder eines Freundes ist ein skeptisches Heben der Augenbrauen, ein völliges Abwinken oder etwa der Ratschlag, doch etwas tieferzustapeln. 

Entscheidend ist, diese Neinsager linksliegen zu lassen und unbeirrt an seiner Vision festzuhalten. Das Beispiel Schwarzeneggers führt aber auch deutlich vor Augen, dass große Visionen allein zu nichts führen. Genauso wichtig ist es, den Weg dorthin in aller Konsequenz zu verfolgen. Ohne harte Arbeit verbleibt es nur bei Traumtänzereien. Wie schafft man es nun, zielstrebig den Weg zu gehen, bis das ins Auge gefasste Ziel erreicht wird? 

Die drei wichtigsten Arten von Zielsetzungen 

Am Anfang steht die Vision bzw. der Traum. In einem ersten Schritt ist dieser Traum, der oft noch recht vage ist, so genau wie möglich zu konkretisieren. Wenn ich mir nur wünsche, erfolgreich zu sein, jedoch nicht weiter konkretisiere, womit das geschehen soll, werde ich nicht von der Stelle kommen. Oder, wie die erfolgreiche Persönlichkeitstrainerin Vera F. Birkenbihl formulierte: 

„Wischi-waschi Ziele werden zu Wischi-waschi Aktionen führen!”

Vera F. Birkenbihl, Birkenbihl-Brief: Erfolg & Lebensqualität, Januar 1999, S. 4

Im Hinblick auf die Zielsetzungen wird oft nach drei Arten von Zielen unterschieden, die zwar unterschiedlich bezeichnet werden, aber im Prinzip auf das Gleiche hinauslaufen: 

Große Ziele

Die großen Ziele sind der Ansporn unseres Handelns. Sie lassen uns für eine Sache brennen. 

Zwischenziele 

Um am Ball bleiben, gibt es Zwischenziele auf dem Weg dorthin. Diese zeigen uns auf, ob wir uns noch auf dem richtigen Weg befinden. Sie liefern uns die nötige Motivation durchzuhalten. 

Tägliche Ziele

Tägliche Ziele dienen dafür, dass wir nicht erst einige Wochen und Monate bis zur Erreichung des ersten Zwischenziels abwarten müssen und womöglich schon vorher kapitulieren. Damit schaffen wir uns täglich eine Aufgabe und kleine Erfolgserlebnisse, die uns Stück für Stück den Zwischenzielen näherbringen und diese schließlich unserem großen Ziel.

Was bedeuten die vorgenannten Ziele?

Begrifflichkeiten wie Visionen für große Ziele oder Meilensteine anstelle von Zwischenzielen verwende ich in diesem Zusammenhang nicht. Der Begriff der Vision ist zwar toll, weil er für etwas Kühnes, wirklich Großes, aus dem Mittelmaß herausragendes steht. Er kann große Begeisterung wecken. Allerdings kann eine Vision auch noch etwas schwammig, nicht genügend klar sein, weswegen ich große oder großartige Ziele präferiere. Meilensteine hingegen klingen mir einfach nach zu viel Aufwand. Einen Meilenstein zu erreichen klingt danach, als ob man Berge versetzen müsste, um dorthin zu gelangen. Das kann so groß klingen, dass es gleich wieder abschreckend wirkt. Daher spreche ich schlicht von Zwischenzielen.

Ein großes Ziel kann beispielsweise lauten, ein Unternehmen zu gründen und damit Marktführer in einem bestimmten Bereich zu werden. Als Zwischenziele können Umsatzmarken dienen und als tägliche Ziele kann man einzelne Arbeitsschritte bestimmen, die erforderlich sind, um im festgelegten Zeitraum den anvisierten Umsatz generieren zu können.

Mit einer zielgerichteten Vorgehensweise stellt man sicher, sich nicht im Wald der Aufgaben nicht zu verlieren, sondern sich Tag für Tag seinen Zielen zu nähern. 

Damit beugt man gleichzeitig auch der Gefahr vor, dass die Größe der Aufgabe so überwältigend wirkt, dass man gar nicht weiß, wie man das alles schaffen und wo man zuerst anfangen soll. Es ist äußerst wichtig, in kleineren, gut verdaulichen Etappen zu planen. So verschafft man sich Erfolgserlebnisse, die zum Weitermachen anspornen, und kann jederzeit prüfen, wo man gerade steht und ob man noch auf dem richtigen Weg ist. 

Die populärsten Zielsetzungskonzepte

Im Bereich der Zielsetzung gibt es eine Reihe verschiedener Konzepte, die die Zielerreichung verbessern sollen. Die oben beschriebene Vorgehensweise entspricht wohl am ehesten dem SMART-Konzept.

Weitere bekannte Methoden sind das PURE-, das CLEAR- und das WOOP-Konzept.

SMART-Konzept

Das Akronym SMART steht für:

S:   Spezifisch
M:   Messbar
A:   Attraktiv
R:   Realistisch
T:   Terminiert

Ziele müssen danach hinreichend konkret, also spezifisch sein, damit sie in der Folge auch messbar sind. Sind sie nicht messbar, handelt es sich lediglich um Wünsche oder Absichtsbekundungen. Dies ist von überragender Bedeutung. Denn sind Ziele aufgrund ihrer Schwammigkeit nicht messbar, können auch keine Zwischenziele und tägliche Ziele definiert werden. Es fehlt damit an einer Basis zu prüfen, an welchem Punkt des Weges man sich gerade befindet.

Man sollte sich aber vergegenwärtigen, dass nicht alle Ziele attraktiv sein können. Natürlich müssen zumindest die großen Ziele attraktiv sein. Nur, wenn man mit Begeisterung bei der Sache ist, wird man den nötigen Ehrgeiz und das Durchhaltevermögen an den Tag legen, um sein großes Ziel Wirklichkeit werden zu lassen. Das führt auch dazu, dass notwendige Zwischenziele oder tägliche Ziele, die vielleicht als weniger attraktiv wahrgenommen werden, in Angriff genommen werden. 

Ziele sollten auch einigermaßen terminiert sein. Ich glaube nicht, dass die Erfüllung eines Ziels davon abhängt, ob man es an einem bestimmten festgelegten Datum erreicht. Aber wenn man sein Ziel in hinreichend kleine Zwischenziele und tägliche Ziele unterteilt hat, sollte man den ungefähren Zeitaufwand abschätzen und planen können. Wenn absehbar ist, dass aus unvorgesehenen Gründen eine Planung fehlgeht, etwa, weil ein ungeplanter Krankenhausaufenthalt dazwischenkommt oder man den Zeitaufwand für ein Projekt fehleingeschätzt hat, muss man die Planung entsprechend anpassen. Man sollte seine Planung und Zeithorizonte natürlich ernstnehmen. Dabei muss man sich aber stets vergegenwärtigen, dass es sich hierbei um Methoden handelt, die einen bei der Erreichung seiner Ziele unterstützen sollen und nicht um in Stein gemeißelte Festlegungen, bei deren Nichterreichung das Scheitern insgesamt im Raum steht. Hier ist also auch eine gewisse Flexibilität gefragt.

Mit Vorsicht zu genießen ist das Kriterium des Realismus. Denn wie oben schon aufgeworfen, stellt sich die Frage, wer bewerten soll, was ein realistisches Ziel ist. Wenn jemand ähnlich wie Arnold Schwarzenegger die Ansage macht, dass er Mister Universum und Schauspieler werden möchte, wird er wahrscheinlich ins Reich der Spinnerei verortet. Und so ergeht es vielen schon bei deutlich niedrigschwelligeren Zielen.

Wenn man sich das Ziel setzt, binnen eines Jahres von nichts zum Milliardär durchzustarten, dürfte man das getrost als unrealistisch bezeichnen. Ansonsten wäre ich sehr zurückhaltend mit vorschnellen Bewertungen, ob ein (konkretes) Ziel realistisch ist oder nicht.

PURE-Methode

Eine Alternative zum SMART-Konzept stellt die PURE-Methode dar. Deren Akronym bedeutet:

P:  Positively stated (positiv formuliert)
U:  Understood (verstanden)
R:  Realistic (realistisch)
E:  Ethical (ethisch)

Ziele sollen positiv formuliert werden. Positive Sätze nimmt das Gehirn besser auf als negative. Dies ist ein sehr wichtiger Punkt, der das eigene Denken in die richtigen Bahnen lenkt. Der Fokus soll weg von dem, was nicht funktioniert, hin zu dem, was wir erstreben. Auch das Gesetz der Anziehung wirkt nur mit positiven, nicht aber mit negativen Botschaften. 

Laut Vera F. Birkenbihl funktioniert es sogar noch besser, wenn Ziele nicht nur positiv, sondern darüber hinaus auch in Gegenwartsform formuliert werden. In ihrem Vera F. Birkenbihl-Brief zu Erfolg und Lebensqualität von Januar 1999 führt sie auf S. 5 und 6 aus, dass Ziele so formuliert werden müssen, als ob wir sie bereits erreicht hätten. Denn wenn wir in der Lage seien, uns am Ziel unserer Wünsche zu sehen, dann hätten wir in unserer Vorstellung das Ziel bereits erreicht. Wenn wir uns aber in unserer geistigen Vorstellung noch nicht als am Ziel angekommen sehen könnten, dann würden wir später dort auch nicht ankommen können. 

Bei dem Kriterium “understood” soll darauf geachtet werden, dass alle an der Umsetzung beteiligten Personen mit der Zielsetzung einverstanden sind, da es andernfalls zu Problemen bei der Umsetzung kommen kann. Dies setzt schon einmal voraus, dass überhaupt mehrere an einem Projekt beteiligt sind. Für persönliche Ziele, deren Erreichung individuell erarbeitet wird, fällt der Punkt somit weg.

Des Weiteren soll das Ziel realistisch und ethisch vertretbar sein. Zu dem Punkt Realismus gilt das bereits Gesagte, ein Punkt, der mit äußerster Vorsicht zu behandeln ist. Mit ethischer Vertretbarkeit ist zunächst einmal die Wahrung von Rechtsvorschriften gemeint. Dies sollte als selbstverständlich vorausgesetzt werden können. Was darüber hinaus einen ethischen Konflikt auslösen könnte, ist höchst individuell zu bewerten und eignet sich daher kaum als methodischer Aspekt zur Zielerreichung.

CLEAR-Methode

Die CLEAR-Methode beinhaltet Elemente sowohl des SMART- als auch des PURE-Konzepts. Das Akronym CLEAR steht für:

C:  Challenging (herausfordernd)
L:  Legal (gesetzlich)
E:  Exciting (aufregend)
A:  Agreed (vereinbart)
R:  Recorded (dokumentiert)

Das Ziele “exciting” sein sollen, entspricht der Attraktivität eines Ziels beim SMART-Konzept. Darüber hinaus soll es “challenging” sein. Damit ist nichts anderes als “think big” gemeint. Man sollte sich eben von Beginn an nicht zu kleine Ziele setzen, um sich nicht selbst zu limitieren.

Das Merkmal “legal“ ist vergleichbar mit dem Punkt “ethical” und das Merkmal “agreed” mit  dem Merkmal “understood” des PURE-Konzepts. Dazu gilt das bereits Gesagte.

Darüber hinaus sollte es “recorded”, also schriftlich dokumentiert sein. Absolut zutreffend, denn schriftlich vereinbarte Zielsetzungen sind erwiesenermaßen wirkungsvoller als lediglich gedachte oder mündlich formulierte Ziele. Das Aufschreiben von Zielen sorgt für eine größere Klarheit. Denn erst, wenn man anfängt, seine Ziele in ein paar Sätzen niederzulegen, merkt man, ob sie wirklich zu Ende gedacht sind. Auch werden sie durch das Aufschreiben ins Bewusstsein übertragen. Sobald Ziele im Bewusstsein präsent sind, werden wir deutlich fokussierter im Hinblick auf die Erreichung unserer Ziele. 

Nach einer Studie der kalifornischen Psychologie-Professorin Gail Matthews aus dem Jahr 2015 waren die Studienteilnehmer im Hinblick auf die Erreichung ihrer gesetzten Ziele am erfolgreichsten, die ihre Ziele schriftlich festgehalten haben, ihre Ziele öffentlich bekannt gemacht haben und einen wöchentlichen Fortschrittsbericht an eine Vertrauensperson geschickt haben. Es haben diejenigen am schlechtesten abgeschnitten, die lediglich über ihre Ziele nachgedacht haben. Wer sich vertiefter mit den Studienergebnissen beschäftigen möchte, findet hier eine dreiseitige Zusammenfassung der Studie von Gail Matthews (auf englisch).

WOOP-Methode

Zuletzt sei die WOOP-Methode genannt. Das Akronym WOOP bedeutet:

W:  Wish (Wunsch)
O:  Outcome (Ergebnis)
O:  Obstacle (Hindernis)
P:  Plan (Plan)

Diese Methode arbeitet mit dem Gesetz der Anziehung. Am Anfang des Weges steht – wie bei allen anderen Konzepten auch – der “wish”, die Vision, die wir verfolgen. Diese soll im Ergebnis ganz genau verbildlicht werden. Man soll also jetzt schon spüren, wie es sich anfühlt, die Vision verwirklicht zu haben. Dann soll man sich fragen, welche Hindernisse der Verwirklichung im Weg stehen und einen Plan schmieden.

Dieses Konzept ist nicht unsympathisch, weil es auf mentales Training setzt, das zu positivem Denken führt und kraftvolle Energien freisetzt, die zur Zielerreichung genutzt werden können. Wahrscheinlich kann jeder irgendwie die Wahrnehmung bestätigen, dass positives Denken Positives anzieht und negatives Denken Negatives. Es gibt ein tolles Buch von Akio Fischer, wie man das Gesetz der Anziehung für sich nutzbar machen kann („Das Gesetz der Anziehung entschlüsselt – Manifestieren mit System: Mit nur 30 Minuten am Tag durch die Kraft des Universums dein Traumleben erschaffen„) und das ich uneingeschränkt empfehlen kann, wenn man sich für die Thematik interessiert. Sehr wichtig dabei ist es, ins Handeln zu kommen, ein Aspekt, der mir bei dem letzten Punkt “Plan” ein wenig untergeht. Denn Planen führt nicht notwendigerweise zur Umsetzung.

Was ist von Zielsetzungsmethoden zu halten?

Zielsetzungsmethoden sind sicherlich ein wertvoller Ansatz, um sich vertiefter mit der Thematik auseinanderzusetzen. So kann man sich zunächst einen Überblick darüber verschaffen, welche Punkte als wichtig bewertet werden, um Ziele richtig setzen und erreichen zu können.

Man sollte jedoch flexibel bleiben und sich nicht sklavisch an einem Konzept festbeißen. Denn jedes der oben genannten Konzepte hat Stärken und Schwächen. Vielmehr sollte man schauen, was zu einem passt, um so die Stärken der jeweiligen Konzepte für sich nutzbar machen zu können. 

Es gibt auch Ansätze, die von vornherein gegen Zielsetzungen sind, etwa, weil es demotivierend wirke, wenn man Ziele nicht erreiche. James Clear beispielsweise führt in seinem Buch “Die 1%-Methode” aus, dass es nur auf die Änderung der Gewohnheiten ankäme, nicht hingegen auf Ziele. Er unterscheidet zwischen Systemen und Zielen: Bei Zielen ginge es um die erstrebten Ergebnisse und bei Systemen um Abläufe, die zu den erstrebten Ergebnissen führten (vgl. S. 38 ff.). 

Clear ist der Auffassung, dass man auch ohne Ziele mit den richtigen Systemen zum Erfolg käme. Dies begründet er damit, dass Gewinner und Verlierer dieselben Ziele hätten, aber nur der Gewinner über ein erfolgbringendes System verfüge. Ein System sei zudem fortdauernd, während ein Ziel verblasse, wenn es erreicht sei. Man verliere nach Erreichung des Ziels seine Motivation. Zudem meint er tatsächlich, dass Ziele das Glück beeinträchtigten, weil implizit mit der Zielerreichung Glück angestrebt werde und man damit Glück immer in die Zukunft verlagere, nämlich bei der Erreichung des nächsten Ziels. Auch fühle man sich als Versager, wenn man mit seinen Zielen scheitere. 

Gleichzeitig räumt er aber selbst ein, dass Ziele nicht völlig nutzlos seien, sondern dafür da seien, eine Richtung vorzugeben. Richtige Fortschritte würde man aber nur mit dem richtigen System erzielen. Insoweit widerspricht er sich, wenn er behauptet, dass man auch ohne Ziele mit dem richtigen System zum Erfolg käme. Denn wenn man seine Richtung nicht kennt, wie soll man dann ein erfolgreiches System etablieren?

„Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg.“

Laotse

Die Kritik an der Setzung von Zielen erscheint mir etwas vordergründig, weil – wie er auch selbst sagt – es ohne Ziele eben nicht geht. Ziele schaffen Orientierung und Fokussierung. Sie pushen uns. Natürlich bedarf es geeigneter Umsetzungsstrategien. Die Frage ist, wie man einen erfolgreichen Prozess schafft, um seine Ziele zu erreichen. Wer von seinem Ziel wirklich überzeugt ist, wird auch einen Weg finden, dieses zu erreichen. In diesem Zusammenhang ist sein Punkt, kleine Gewohnheiten zu ändern, um große Veränderungen zu bewirken, sehr interessant. Denn dies lässt sich leichter umsetzen und wenn man am Ball bleibt, wird man zwangsläufig zu Ergebnissen kommen.

Fazit und Tipps

Insgesamt finde ich Schwarzeneggers Weg und seine zwei Punkte, ein großes Ziel zu haben und die Neinsager nicht zu beachten, überzeugend und kraftvoll. Es lohnt sich wirklich, sich diese zehn Minuten auf Youtube anzuschauen und auf sich wirken zu lassen. 

Bei mir hat das Fehlen klarer Ziele zu Orientierungslosigkeit und Stagnation geführt. Ich hatte nur vage Vorstellungen und Wünsche, aber keine konkreten Ziele, so dass ich nicht wusste, was ich verändern sollte, welche Weichen ich stellen sollte, um eine Veränderung meiner Situation herbeizuführen. Und diese Stagnation ist es, die auf Dauer zu Frust und Demotivation führt.

Erst als ich angefangen habe, mich intensiv damit auseinanderzusetzen, was ich wirklich erreichen möchte und klare, konkrete Ziele formuliert habe, ist es vorwärts gegangen. Mit den Zielen klar vor Augen, habe ich mir automatisch den Kopf darüber zerbrochen, wie ich dahingelange. Und als ich auch endlich angefangen habe, den Weg zu gehen, haben sich immer neue Türen geöffnet. Mein Geist ist offener und empfänglicher für neue Ideen und Chancen geworden, die ich vorher gar nicht wahrgenommen hatte. Jede Veränderung, die ich erreicht habe, hat mich beflügelt, auf dem Weg weiterzugehen.

Im Folgenden gebe ich Euch zusammengefasst die wichtigsten Tipps, um Ziele richtig zu setzen und diese auch zu erreichen:

  1. Sehr konkrete, messbare Ziele festlegen
  2. Ziele in große Ziele, Zwischenziele und tägliche Ziele unterteilen
  3. Ziele schriftlich festhalten
  4. Ziele positiv und in Gegenwartsform formulieren
  5. Sich die Ziele genau vorstellen
  6. Ziele öffentlich bekanntgeben
  7. Fortschritt der Zielerreichung kontrollieren und ggf. Anpassungen vornehmen

Beispiele und Anregungen, wie ihr diese Tipps am besten in der Praxis umsetzen könnt, findet ihr in meinem “Praxis-Guide zur Zielerreichung: 7 Tipps anschaulich erklärt!”.

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