Praxis-Guide zur Zielerreichung: 7 Tipps anschaulich erklärt!

Das Erreichen von persönlichen und beruflichen Zielen stellt oft eine große Herausforderung dar. Dieser Praxis-Guide präsentiert euch sieben erprobte Tipps, die euch helfen, Eure Ziele klar zu definieren und Schritt für Schritt erfolgreich umzusetzen.
In meinem Beitrag “Think big, plan small: So erreichst Du Deine Ziele” habe ich bereits grundsätzlich dargestellt, warum wir Ziele brauchen, welche populären Methoden zur Zielsetzung praktiziert werden und habe Euch eine Reihe von Tipps gegeben, wie man sich Ziele richtig setzt.
Hier möchte ich mich nun der Frage widmen, wie ihr die Tipps zum Erreichen Eurer Ziele am besten in der Praxis umsetzen könnt.
Dies waren meine sieben Tipps:
Sehr konkrete, messbare Ziele festlegen
Zunächst einmal müsst ihr euch natürlich darüber im Klaren sein, was ihr wirklich wollt.
Sofern ihr das noch nicht genau definieren könnt – was sehr häufig der Fall ist, mir erging es jahrelang auch so – solltet ihr euch in Ruhe die Zeit dafür nehmen zu überlegen, was ihr erreichen oder verändern möchtet.
Wie finde ich heraus, was ich will?
Wenn ihr das noch nicht konkret formulieren könnt, hilft zu Beginn vielleicht auch eine Negativliste. Mir fiel es immer ganz leicht zu sagen, was ich nicht will, statt, was ich will. Darüber könnt ihr euch eurem eigentlichen Anliegen nähern.
Hilfreich kann auch die Erstellung einer Mindmap sein. Einfach mal die Gedanken fließen lassen. Überlegt euch, was ihr besonders gut könnt, worin ihr Erfahrungen gesammelt habt und was ihr schon immer mal machen wolltet. Lernen kann man schließlich (fast) alles. Auf der Ebene solltet ihr euch noch keine Grenzen setzen wie “Das kann ich nicht” oder “Dazu bin ich nicht talentiert genug”.
Es kann auch helfen, sich an konkreten Vorbildern zu orientieren. Vielleicht gibt es ja jemanden in eurem Umfeld mit einer Tätigkeit, die ihr toll findet und die ihr selbst gerne ausüben möchtet.
Last but not least… probiert es im Zweifel einfach aus, dann werdet ihr schnell merken, ob es zu euch passt oder nicht. Aber verschwendet keine Zeit damit, auf Eingebungen von außen zu warten. Dann wird sich ganz sicher nichts verändern.
In meinem Fall war mein Wunsch, der über allem anderen stand, Unabhängigkeit und Freiheit zu erreichen, sowohl in beruflicher als auch in finanzieller Hinsicht. Mir war nur nicht klar, wie ich das erreichen konnte. Ich wollte einfach nicht mehr meine Lebenszeit mit unsympathischen Kollegen verbringen, in geistlosen stundenlangen Meetings versauern bzw. mich mit Sachen beschäftigen, die mich einfach null interessierten. Ich wollte selbst bestimmen, mit wem ich mich umgebe und wann und wo ich an was arbeite. Und dabei wollte ich mehr verdienen als vorher.
Da ich den nächsten Schritt, aus meinen Wünschen konkrete Ziele zu formulieren, nicht gegangen bin, und alles im Abstrakten blieb, änderte sich folgerichtig an meiner Situation nichts. Nur meine Unzufriedenheit wuchs ständig. Ich war mir nicht im Klaren darüber, ob ich nur mit der konkreten Struktur meiner Arbeit unzufrieden war oder ob ich Jura komplett an den Nagel hängen sollte. Und da kommen wir wieder zu dem Punkt, den ich bereits erwähnte: Ausprobieren! Statt das Problem von allen Seiten zu zerdenken, muss man irgendwann auch einfach mal loslegen. Wenn man erst einmal den Schalter umgelegt hat und ins Handeln gekommen ist, ergeben sich viele neue Möglichkeiten, die man vorher gar nicht auf dem Schirm hatte.
Ziele genau beschreiben
Wenn ihr wisst, was ihr wollt, müsst ihr euer großes Ziel, das ihr unbedingt erreichen wollt, so genau wie möglich beschreiben. Je präziser ihr dabei seid, umso besser. Dabei werdet ihr auch schnell feststellen, ob ihr wirklich genau wisst, was ihr wollt. Solltet ihr Schwierigkeiten haben, euer Ziel konkret zu formulieren, investiert lieber noch einmal ein wenig Zeit in eure Vorüberlegungen.
Ziele in große Ziele, Zwischenziele und tägliche Ziele unterteilen
Ziele solltet ihr mindestens in große Ziele, Zwischenziele und tägliche Ziele unterteilen. Ich teile sie zusätzlich noch in wöchentliche Ziele auf, da ich einmal pro Woche plane, was in der kommenden Woche ansteht. Am Ende der Woche lasse ich dann Revue passieren, ob alles geklappt hat oder ob ich Anpassungen vornehmen muss. Mit einem Wochenplan fällt es mir leichter, die Tagesaufgaben sinnvoll zu strukturieren. Die großen Ziele und die Zwischenziele stehen handschriftlich in meinem Büchlein.
Die täglichen Ziele erfasse ich am Computer. Dazu habe ich lange nach einem geeigneten Tool gesucht und bin schließlich bei Todoist gelandet. Die App habe ich ein paar Tage in der Gratisversion getestet und bin dann auf die Pro-Version umgestiegen. Die Funktionen sind wirklich toll und ich kann die App nur wärmstens empfehlen. Ich bin ja schon immer ein Fan von To-Do-Listen gewesen, weil ich nicht in der Lage bin, mich an Termine oder alle Sachen zu erinnern, die ich zu erledigen habe. Bevor ich Todoist entdeckt habe, landete das alles immer auf diversen Zetteln, die dann irgendwann verräumt waren. Aus den Augen, aus dem Sinn. Teilweise beschäftigten mich Dinge, die mich umgetrieben haben, auch nachts, so dass ich nicht einschlafen konnte. Das landet jetzt alles in der App. Ich habe mir angewöhnt, dort täglich reinzuschauen. Seitdem geht nichts mehr verschüttet und ich mache mir auch deutlich weniger Gedanken.
Ziele schriftlich festhalten
Sobald ihr konkretisiert habt, wie eure Ziele aussehen sollen, schreibt ihr sie auf. Dies solltet ihr nicht am Computer tun, sondern wirklich handschriftlich, da sich so das Geschriebene nachhaltiger im Bewusstsein verankert. Es tut natürlich jeder Block oder jedes Heft, aber da es etwas Besonderes darstellt, würde ich es auch ganz genauso behandeln. Sucht euch also einen schönen Hefter oder ein Büchlein in eurer Lieblingsfarbe aus und legt los.
Ziele positiv und in Gegenwartsform formulieren
Achtet darauf, eure Ziele positiv und in Gegenwartsform zu formulieren. Vermeidet Formulierungen mit “nein” und “nicht” und sonstige negative Wendungen. Wenn ihr negativ formuliert, konzentriert sich euer Denken auch auf das, was ihr nicht wollt. Der Fokus unseres Denkens soll aber darauf gerichtet werden, was wir erreichen wollen.
Die Formulierung in der Gegenwartsform sorgt dafür, dass wir bereits so tun, als ob wir unsere Ziele erreicht hätten. Dadurch richten wir unser Unterbewusstsein neu aus, denn dieses kann nicht danach unterscheiden, ob wir unsere Ziele bereits erfüllt haben oder ob wir nur fest daran glauben. Infolgedessen werden wir positive Gefühle und Glücksmomente erleben und je mehr wir uns vorstellen, unsere Ziele bereits erreicht zu haben, desto eher werden wir in die Lage versetzt, Wege zu finden, eben diese Ziele auch zu erreichen.
Wenn ihr euch zum Beispiel als Ziel ausgegeben habt, jeden Tag eine Stunde Sport zu treiben, formuliert ihr also nicht etwa “Ich möchte nicht mehr faul auf der Couch herumliegen” oder “Ich möchte eine Stunde täglich Sport treiben”, sondern “ Ich treibe täglich eine Stunde Sport”.
Sich die gesetzten Ziele ganz genau vorstellen
Dieser Punkt steht in engem Zusammenhang mit dem vorigen Punkt des Formulierens in der Gegenwart. Um das Unterbewusstsein auf die neu gesetzten Ziele umzupolen, muss man diese Ziele visualisieren, sich also ganz genau vorstellen. Sie müssen in allen Facetten ausgemalt werden, je detailreicher, desto besser. Eine tolle Anleitung dazu findet ihr in dem Buch “Das Gesetz der Anziehung entschlüsselt – Manifestieren mit System: Mit nur 30 Minuten am Tag durch die Kraft des Universums dein Traumleben erschaffen” von Akio Fischer. Darin wird anschaulich erläutert, wie man sich das Gesetz der Anziehung zunutze macht und ein Beispiel an die Hand gegeben, wie man Ziele visualisiert (vgl. S. 74).
Man soll sich seine Ziele täglich vor Augen führen und die Gefühle intensiv spüren, die damit verbunden sind. Das führt nach einer Weile dazu, dass man diese Ziele lebt, sich also so benimmt, als ob man seine Ziele bereits erreicht hätte. Und genau dadurch wird man seine Ziele dann auch erreichen.
Dabei kann auch ein Vision Board ein nützliches Tool sein. Dafür nehmt ihr euch eine Pinnwand, ein Stück Pappe oder ein Gitter und befestigt daran Fotos und wichtige Sätze, Sinnsprüche oder Wörter. Dazu könnt ihr selbst etwas malen oder sucht in Zeitschriften oder online nach Fotos, die euch gefühlsmäßig stark ansprechen. Hängt euch diese Collage eures Traumlebens an einem Ort auf, an dem ihr häufig seid, so dass ihr sie oft anschauen könnt. Ich habe mir eine solche Collage ins Schlafzimmer gehangen. Dabei habe ich ein Gitter verwendet, passende Bilder online gesucht und ausgedruckt sowie einige für mich wichtige Wörter bzw. Sätze ausgewählt. Dazwischen habe ich noch Gräser in Töpfen angehängt, damit es noch etwas hübscher aussieht sowie schöne Postkarten. Auf verschiedenen Kanälen beschäftigt ihr euch damit jeden Tag mit euren Zielen und richtet damit euren Fokus darauf aus.
Ziele öffentlich bekanntgeben
Wer mag, kann seine Ziele auch im Familien- und Freundeskreis bekanntgeben. Dies führt zu einem deutlich stärkeren Commitment, als wenn man nur sich selbst gegenüber Rechenschaft schuldig ist. Dies stärkt einerseits den Fokus auf die Sache, weil nun auch andere Bescheid wissen und nachfragen werden, man erhöht aber auch den Druck sich selbst gegenüber, denn man will schließlich nicht als Loser dastehen. Ich persönlich bevorzuge einen Zwischenweg: Mein ganz enger Kreis kennt meine Pläne von Anfang an und gibt mir zwischendurch auch wichtiges Feedback und pusht mich weiter an. Dem etwas weiteren Kreis erzähle ich es meistens nur, sobald es einigermaßen spruchreif ist.
Fortschritt der Zielerreichung kontrollieren und ggf. anpassen
Zuletzt sollte man nicht vergessen, die Schritte auf dem Weg zur Erreichung der Ziele regelmäßig zu kontrollieren, damit man jederzeit weiß, wo man steht. So beugt man der Gefahr vor, den Überblick zu verlieren und behält seine Ziele immer im Auge