Betrug bei Mietwagen in Cancún: Das sind die häufigsten 3 Scams!

Gerade in Cancún und an der Riviera Maya muss man sich vor Betrugsmaschen bei Mietwagen in Acht nehmen. Dabei gibt es bestimmte Scams, die immer wieder vorkommen.
Bei Rundreisen in Yucatán mit dem Mietwagen ist besondere Vorsicht geboten beim Empfang des Mietwagens, an Tankstellen und bei Polizeikontrollen.
Verkauf von Extra-Versicherungen bei Abholung des Mietwagens
Die erste Masche beginnt bereits mit dem Buchen des Mietwagens. Bei der Suche nach dem passenden Wagen kann man auf sehr günstige Angebote für etwa fünf bis zehn Euro pro Tag stoßen. Man könnte auf den Gedanken kommen, dass es in Mexiko eben günstiger ist oder dass man einen besonderen Deal erwischt hat. In der Regel ist es aber so, dass diese Preise keine Haftpflichtversicherung beinhalten. Wenn man dann den Wagen abholen möchte, wird der Abschluss einer solchen Versicherung verlangt. Andernfalls wird unter Verweis auf gesetzliche Vorschriften die Herausgabe des Autoschlüssels verweigert. In Summe landet man dann eher bei über 40 Euro pro Tag.
Um nicht kalt erwischt zu werden, sollte man bereits im Vorfeld checken, ob die eigene Haftpflichtversicherung auch Mietwagen in Mexiko umfasst oder ob diese Leistung von der Kreditkarte abgedeckt wird. Notfalls kann man auch ad hoc eine solche Versicherung mit sofortiger Gültigkeit abschließen und dann am Schalter vorweisen. Dies dürfte immer noch deutlich günstiger sein als die Tarife der Mietwagenfirma.
Man muss im Hinterkopf behalten, dass die Mitarbeiter über den Verkauf derartiger Zusatzleistungen mitverdienen. Sollte sich ein Mitarbeiter stur stellen und eine gültige Haftpflichtversicherung für Mexiko nicht akzeptieren, freundlich nach dem Vorgesetzten fragen. In der Regel klärt sich dann das Problem.
Auf jeden Fall sollte man in diesem Fall für eine vermeintlich notwendige hohe Kautionszahlung gewappnet sein, mit der die Kreditkarte blockiert wird. Also bereits im Vorfeld für einen entsprechend hohen Verfügungsrahmen sorgen und eine zweite oder dritte Kreditkarte dabeihaben (das empfiehlt sich sowieso immer).
Betrug bei Mietwagen an der Tankstelle
Gerade, wenn man als Tourist erkennbar ist, ist man an der Tankstelle beliebtes Opfer von Scams. Vielfältige Betrugsmöglichkeiten ergeben sich dadurch, dass man nicht selbst tankt, sondern ein Mitarbeiter der Tankstelle. Berüchtigt dafür sind die Pemex-Tankstellen in touristischen Gegenden. Wenn man weiß, welche Strecke man fährt, lohnt es sich vorab, die Google Reviews der Tankstellen zu lesen. Die schlimmsten kann man so schon herausfiltern. Auch sensibiliert man sich ein Stück weit für die aktuellen Betrugsmaschen und kann so bessere Gegenstrategien entwickeln.
Schlimm scheint beispielsweise die Pemex-Tankstelle in der Carr. Cancún – Tulum manzana 51-lote 11, Luis Donaldo Colosio, 77728 Playa del Carmen zu sein. Dort kann man folgende Bewertungen lesen:
„Sie wollten uns betrügen, indem sie glaubten, wir hätten den Dispatcher mit einem 20-Peso-Schein bezahlt, obwohl es einer von den neuen 500-Scheinen war.“
Google Review von Roberto Rodriguez, Oktober 2023.
„BETRÜGER!!!! Während einer der Mitarbeiter mit Ihnen spricht oder Sie ablenkt, stellt der andere den Automaten um, um einen anderen Preis zu sagen. NICHT HINGEHEN!!!“
Google Review von Mariela Rojas, September 2023.
Beliebte Scams
Am beliebtesten sind folgende Scams:
Vertauschen eines 500-Pesos-Scheins
Man möchte für 500 Pesos tanken. Nach Abschluss des Tankvorgangs übergibt man dem Mitarbeiter einen Schein über 500 Pesos. Der tauscht den Schein blitzschnell in der Hand in einen ähnlich aussehenden 50-Pesos-Schein und weist auf den Fehler hin. Man denkt, man habe sich im Schein vergriffen, und schwupps hat man 450 Pesos zu viel bezahlt.
Ladesäule nicht auf Null gesetzt
Dieselbe Ausgangslage, man möchte für 500 Pesos tanken. Der Mitarbeiter hat aber die Ladesäule nicht auf Null gesetzt, so dass noch 200 Pesos vom vorherigen Tankvorgang auf der Säule stehen. Er tankt dann bis zum Erreichen der 500 Pesos-Marke. Im Ergebnis hat man dann nur Benzin im Gegenwert von 300 Pesos bekommen.
Tanksäule nicht einsehbar
Weitere Varianten sind, dass der Mitarbeiter beim Tanken den Anzeigebereich der Säule bewusst verdeckt und darauf setzt, dass der Tourist schon wegen mangelnder Sprachkenntnisse nicht darauf reagieren wird. Alternativ tankt der Mitarbeiter von einer Säule, dessen Anzeigebereich vom Autositz aus nicht einsehbar ist. Dann kann er im Prinzip machen, was er will, ohne dass der ahnungslose Tourist es mitbekommt.
Betrugsmaschen bei Kreditkartenzahlung
Wenn man nach Abschluss des Tankvorgangs mit der Kreditkarte zahlen möchte, wird diese in das Gerät eingeführt. Dann wird aber mitgeteilt, dass das Signal gerade zu schwach sei und man bar bezahlen müsse. Dabei spekuliert der Mitarbeiter darauf, dass der Tourist nicht über ausreichend Pesos verfügt und bietet freundlicherweise an, mit US-Dollar zu bezahlen, natürlich zu einem grottigen Kurs. Oder aber es wird schlicht abgebucht und mit der Barzahlung hat man dann doppelt gezahlt. Wenn man die Quittung der Barzahlung nicht aufhebt, hat man keinen Nachweis für die doppelte Zahlung.
Was kann man tun, um sich gegen diese Abzocke am besten zu wappnen?
Wie bereits gesagt, sollte man schon im Vorfeld über Google Reviews recherchieren, welche Tankstellen besonders negativ auffallen und welche Maschen gerade gängig sind, um sich darauf einstellen zu können. Am besten sollte man es vermeiden, in völlig touristischen Ecken zu tanken.
Nach Abstellen des Wagens ist es ratsam auszusteigen, Augenkontakt zum Mitarbeiter herzustellen und zu grüßen. Dies signalisiert sofort, dass man präsent ist und den Tankvorgang aktiv beobachten wird.
Das sollte man dann auch tatsächlich tun, auch wenn es einem vielleicht unangenehm ist, das Gegenüber quasi unter Pauschalverdacht zu stellen. Also unbedingt darauf achten, dass der angezeigte Wert auf der Ladesäule wirklich auf Null gesetzt ist und dann die richtige Tankmenge eingefüllt wird.
Beim Bezahlen sollte man lieber auf die Kreditkarte verzichten, da man so schon vornherein eine mögliche doppelte Zahlung ausschließt.
Am besten zahlt man mit passenden Scheinen und verzichtet dabei auf 500-Pesos-Scheine. Ein Vertauschen von einem grünen (200 Pesos) mit einem violetten Schein (50 Pesos) ist schon deutlich schwieriger. Man kann die Scheine dem Mitarbeiter auch in die Hand zählen oder einen 500-Pesos-Schein hinhalten und sagen: 500 Pesos, ja („quinientos pesos, si“)? Dann händigt man den Schein erst aus, wenn der Mitarbeiter bestätigt.
Abzocke durch korrupte Polizisten
Mietwagenfahrer sind auch beliebte Opfer für korrupte Polizisten. Bei den meisten Mietwagen ist es schon am Nummernschild erkennbar, dass es sich um Mietwagen handelt und damit um potentielle Betrugsopfer. Wenn man bei einer Polizeikontrolle rausgewunken wird, ist ein beliebter Vorwurf, dass man zu schnell gefahren sei. Dann verlangt der Polizist die Papiere und teilt mit, dass man diese am kommenden Tag auf der Polizeistation abholen kann, wenn man die Strafe bezahlt. Dabei spekuliert er darauf, dass in Kürze der Abflug ansteht. Irgendwann heißt es schließlich, dass man die Strafe auch jetzt bezahlen könne und seine Papiere dann sofort wieder ausgehändigt bekäme. Als Strafen werden 200 bis 300 US-Dollar aufgerufen. Völlig absurd, da solche Strafzahlungen für normale Mexikaner gar nicht zu leisten wären.
Wie verhält man sich am besten in solchen Situationen?
Auf jeden Fall Ruhe bewahren und versuchen nachzuvollziehen, ob man tatsächlich ein Verkehrsdelikt begangen hat.
Überblick verschaffen
Wenn ein Polizist einen Vorwurf mitteilt und ein Knöllchen mit einem überschaubaren Betrag aushändigt, besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass man tatsächlich etwas falsch gemacht hat.
Bei einem Ortspolizisten (policía municipal) ist grundsätzlich Vorsicht geboten: Sie verdienen am schlechtesten und sind daher am anfälligsten für Korruption. Auf Autobahnen dürfen sie mangels Zuständigkeit grundsätzlich keine Autos anhalten. Spätestens, wenn der Ortspolizist anbietet, dass man die Strafe auch gleich cash vor Ort bezahlen kann statt auf einer Polizeiwache, ist klar, dass man abgezockt werden soll.
Führerschein oder Reisepass aushändigen?
Um für solche Fälle gewappnet zu sein, empfiehlt es sich, einen internationalen Führerschein bei sich zu führen, der in Mexiko akzeptiert ist und nur 15 Euro kostet. Wenn man diesen aushändigt, ist es egal, ob man ihn zurückbekommt oder nicht. Denn es wird gerne damit gedroht, dass man den ausgehändigten Führerschein erst bei Geldzahlung zurückerhält. Auch sollte man immer darauf achten, einen separaten Geldbeutel mitzuführen, wo nur der Führerschein und etwa 200 bis 300 Pesos drin sind. Nicht, dass der Polizist noch den Eindruck gewinnt, einen Sechser im Lotto gelandet zu haben.
Entsprechend zurückhaltend sollte man mit dem Reisepass und dem nationalen Führerschein umgehen und versuchen, diese nicht aus der Hand zu geben bzw. darauf bestehen, sie zurückzuerhalten.
Spanisch sprechen oder sich dumm stellen?
Ob man besser spanisch oder englisch spricht oder sich lieber dumm stellt, hängt ganz von der jeweiligen Situation ab. Beide Strategien können funktionieren. Wenn der Ortspolizist das Gefühl hat, dass der doofe Tourist keine verständliche Sprache spricht (also nur gebrochen Englisch oder nur auf deutsch oder was auch immer), also nicht versteht, worauf er hinauswill und es ihm schlicht zu lange dauert, bestehen gute Chancen, dass er irgendwann entnervt aufgibt und es bei einer „mündlichen Belehrung“ belässt.
Andererseits kann es auch funktionieren, wenn man dem Polizisten auf Spanisch erklärt, dass man gerne das Knöllchen hätte bzw. dieses auf der nächsten Polizeistation bezahlen wolle. Normalerweise ist es nämlich üblich, einen Strafzettel zu erhalten und diesen auf einer Polizeistation zu begleichen. Man erhält eine Quittung, auf der auch der Grund für die Strafzahlungen vermerkt ist. Erfolgt dies innerhalb der ersten Woche, gibt es 50 % Rabatt. Erklärt der Polizist in dieser Situation, dass eine Zahlung nur auf einer weit entfernten Polizeistation möglich sei, freundlich bleiben und darauf bestehen, dies auf der nächsten Polizeistation zu klären.
Besonderer Strafzettel für Touristen ohne Geldstrafe
Man kann den Polizisten auch höflich auf das „Reglamento de Tránsito del Estado de Quintana Roo“ hinweisen. Darin steht in Art. 241, dass bei Touristen mit kleineren Verkehrverstößen eine sog. „Boleta de Infracción de Cortesía“ zu erteilen ist.
Se establece en el Estado; la Boleta de Infracción de Cortesía que la Dirección de Tránsito, en su jurisdicción respectiva aplicará exclusivamente a los Turistas que infrinjan el Reglamento de Tránsito. La Boleta de Infracción de Cortesía no implica costo alguno al que se impone, siendo su objetivo señalar la violación cometida y exhortar a conducir cumpliendo con las reglas de Tránsito. La Sanción de Cortesía es aplicada hasta en dos ocasiones al mismo vehículo y/o conductor y no procede en los casos de actos y omisiones graves contrarios a lo que dispone el presente Reglamento.
Art. 241, Reglamento de Tránsito del Estado de Quintana Roo
Touristen sollen also einen Strafzettel erhalten, der sie über den Verkehrsverstoß belehrt, ihnen aber keine Geldstrafe auferlegt. Dies ist aber keinesfalls als Freifahrtschein für Verkehrsverstöße verstehen. Denn der letzte Satz stellt klar, dass ein solcher Höflichkeitsstrafzettel grundsätzlich nur bei kleineren Verkehrsverstößen in Frage kommt und höchstens zweimal pro Fahrzeug bzw. Fahrer.
Ein amerikanischer Blogger zitiert diesen Artikel und empfiehlt, die Textpassage ausgedruckt bei sich zu führen, um sie im Fall der Fälle dem Polizisten aushändigen zu können. Dies soll schon einige Male funktioniert haben, aber es gibt natürlich keine Gewähr dafür.
Wenn man dem Gegenüber jedenfalls vermitteln kann, gut mit den örtlichen Gepflogenheiten vertraut zu sein, bestehen gute Chancen, dass der Polizist einen in Ruhe lässt.
Präparierten Geldbeutel dabeihaben
Für den Fall, dass der Polizist nicht locker lassen sollte, und eine Geldstrafe von ein paar Hundert US-Dollar fordern sollte, einfach den dafür präparierten Geldbeutel mit 200 bis 300 Pesos vorzeigen und jammern, dass dies die letzten Barmittel seien. Mit ein bisschen Glück akzeptiert er dies und lässt einen dann weiter fahren. Aber auf keinen Fall vorschnell völlig überzogene und illegale Forderungen erfüllen.
Keine Bestechung anbieten!
Vorsicht für alle, die es eilig haben, weil sie einen Flug bekommen müssen und das Prozedere abkürzen wollen: Niemals von sich aus Geld anbieten! Dann könnte glatt noch der Vorwurf der versuchten Bestechung erhoben werden und der Polizist hat tatsächlich etwas in der Hand.
Kann man Betrug durch korrupte Polizisten bereits im Vorfeld vermeiden?
Ganz verhindern wird man es wohl kaum können. Es ist oft einfach das Pech, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Optisch ist man ohnehin meist als Tourist erkennbar. Zwei Tipps gibt es aber, mit denen man das Risiko, als Betrugsopfer ausgesucht werden zu können, zumindest reduzieren kann:
Mietwagenauswahl
Die meisten Mietwagen sind bereits äußerlich als solche gekennzeichnet und daher für korrupte Polizisten leichte Beute. Die Autos der Mietwagenfirma „Snap Car Rental“ sollen jedoch von außen nicht als Mietwagen erkennbar sein, so dass man diesen Verleiher in die nähere Auswahl nehmen sollte. Gerade Blondhaarige sind aber so oder so als Touristen erkennbar, hier helfen ggf. Kopfbedeckungen oder Wagen mit getönten Scheiben, um keine falsche Aufmerksamkeit zu wecken.
Autobahnabschnitt zum Flughafen Cancún vermeiden
Beliebter Zugriffspunkt für korrupte Polizisten ist die Strecke zum Flughafen von Cancún. Denn in der Regel haben es Touristen eilig, um ihren Mietwagen pünktlich abgeben zu können und ihren Flug anzutreten. Perfekte Rahmenbedingungen, um einen Scam durchzuführen, da es dem Touristen darauf ankommen wird, möglichst schnell aus der Situation herauszukommen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, gibt seinen Mietwagen nicht an der Flughafenstation zurück und fährt die Strecke zum Flughafen mit Taxi, Privattransport oder Bus.