Die 9 besten Museen in Mexiko-Stadt, die du nicht verpassen solltest

Zu den 9 besten Müssen in Museen in Mexiko-Stadt gehört der Palacio de Bellas Artes

Mexiko-Stadt bietet eine unglaubliche Vielfalt an Museen, die man sich bei einem Besuch der Stadt anschauen kann. Egal, ob es um Kunst, Naturwissenschaft oder Geschichte und Kultur geht, es ist wirklich für jeden etwas dabei. Nirgendwo sonst habe ich so viele Museen besucht und hatte auch noch richtig Spaß dabei. 

Warum sich ein Museumsbesuch in Mexiko-Stadt lohnt

Mexiko-Stadt gilt mit über 150 Museen als eine der Museumshauptstädte der Welt. Die Themenvielfalt ist riesig: Von großen nationalen Einrichtungen wie dem Nationalmuseum für Anthropologie bis hin zu kleinen, thematisch spezialisierten Museen wie dem Comic-Museum oder dem Museum der Frau ist alles vertreten.

Hier bin sogar ich als bekennender Museums-Muffel gerne in Museen schlendern gegangen. Warum: Die Gestaltung ist in der Regel viel erfrischender und interaktiver als in deutschen Museen. Nicht nur endlos langer dröger Text, sondern abwechslungsreiche Aufbereitung des Themas. Kinder werden gerne aktiv miteinbezogen und es gibt häufig Malecken oder sonstige Bespaßung für die Kleinen.

Da man sich bei der Fülle von Museen natürlich nicht alles anschauen kann, habe ich bei meinem letzten sechswöchigen Besuch der Stadt einige Highlights für euch zusammengefasst. Und ihr erfahrt, von welchem Museum ich am meisten enttäuscht war.

Highlights der Museen in Mexiko-Stadt

Palacio Postal: Nicht nur ein schnödes Postamt

Wenn ihr in Mexiko-Stadt unterwegs seid, dürft ihr auf keinen Fall den Palacio Postal verpassen. Das 1907 eröffnete Gebäude ist nicht nur ein noch aktives Postamt der Stadt, sondern auch ein architektonisches Meisterwerk der frühen 1900er Jahre. Mit seiner Mischung aus klassischen, barocken und französischen Elementen sorgt es für eine atemberaubende Atmosphäre, die euch garantiert ins Staunen versetzen wird.

Der Palacio Postal ist ein wahres Kunstwerk: von den kunstvoll verzierten Wänden bis hin zu den prachtvollen, goldenen Details im Inneren. Besonders die Kuppel im Innenhof zieht alle Blicke auf sich. Doch es geht nicht nur um Architektur. Der Palacio erzählt auch die Geschichte Mexikos und seiner Kommunikation. Ihr könnt alte Briefkästen, Schreibmaschinen und Telegramm-Geräte bestaunen.

Im ersten Stock könnt ihr eine Postkarte mit Briefmarke schreiben und einwerfen (das Set erhaltet ihr beim Kauf des Eintrittstickets dazu). Vor allem in der Weihnachtszeit ist es eine schöne Tradition, wenn hier viele Kinder ihre Wünsche an den Weihnachtsmann schreiben. In dieser Zeit gibt es bunte Karten für die kleinen Besucher. Aber auch außerhalb der Feiertage befindet sich im ersten Stockwerk ein Raum speziell für Kinder, in dem Malutensilien bereitliegen.

Im obersten Stockwerk könnt ihr euch Kunstwerke im Zusammenhang mit dem Palacio de Postal anschauen. Am beeindruckendsten fand ich Bilder, die aus Tausenden von benutzten zusammengeklebten Briefmarken entstanden sind.

Der Ort strahlt eine ganz besondere Atmosphäre aus und war definitiv eines meiner Highlights der Museen in Mexiko-Stadt. In das Museum gelangt ihr über den Zugang von der Calle de Tacuba aus. Betretet ihr den Palacio über den großen Eckeingang, landet ihr im aktiven Teil des Postamts (was auch absolut sehenswert ist).

Palacio Postal 

Adresse: Calle de Tacuba 1, Centro Histórico, 06000 Ciudad de México
Metrostation: Bellas Artes (Linien 2,8)
Öffnungszeiten: montags bis freitags 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr, samstags 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr, sonntags geschlossen
Eintritt: 50 Pesos/2,19 Euro

Museo Nacional de Arte (Munal): Kunst und Architektur erleben

Gleich gegenüber vom Palacio Postal liegt das Nationale Kunstmuseum, das Museo Nacional de Arte, abgekürzt Munal. Schon das Gebäude selbst ist ein echtes Highlight. Von außen wirkt es mit seiner monumentalen Fassade beeindruckend, aber was euch im Inneren erwartet, ist grandios. Wie beim Palacio Postal hatte ich keine Ahnung, welche Pracht sich hinter den Mauern verbirgt – marmorglänzende Treppen, hohe Decken und ein Glasdach, das den ganzen Raum in sanftes Licht taucht.

Das Munal zeigt vor allem mexikanische Kunst vom 16. bis ins frühe 20. Jahrhundert. Von kolonialen Altären bis zu Werken von Diego Rivera, José Clemente Orozco oder David Alfaro Siqueiros ist alles dabei, was die Entwicklung mexikanischer Kunst geprägt hat. Die Ausstellung führt euch auf einem Rundweg durch Epochen und Stile. So bekommt ihr einen echten Eindruck von der kulturellen Geschichte des Landes.

Besonders gefallen hat mir die Mischung aus großzügigem Raumgefühl und ruhigen Momenten vor den Bildern. Kein Gedränge, kein Gehetze, einfach Zeit und Raum, die Bilder und die Atmosphäre in aller Ruhe auf sich wirken zu lassen.

Tipp für alle, die Spanisch können: Um 12:00 Uhr und 14:00 Uhr kann man sich einer kostenlosen Führung anschließen. Treffpunkt ist in der Eingangshalle.

Nach dem Besuch des Munal haben wir im Maison Kayser Tacuba eine Pause eingelegt, was aber verzichtbar ist. Der Service war eher lahm und das Pan de dulce hatten wir definitiv schon besser. Ein echter Klassiker ist dagegen das Café de Tacuba, eines der ältesten Cafés der Stadt, das mit seinem schönen Interieur besticht. Auch wenn das Essen laut aktuellen Rezensionen nicht unbedingt herausragend sein soll, kann man bei einem Kaffee oder Kaltgetränk die Atmosphäre genießen.

Museo Nacional de Arte (Munal) 

Adresse: Calle de Tacuba 8, Centro Histórico, 06000 Ciudad de México
Metrostationen: Bellas Artes (Linien 2,8) oder Allende (Linie 2) 
Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr, montags geschlossen
Eintritt: 95 Pesos/4,16 Euro (5 Pesos/0,22 Pesos für Fotos, 30 Pesos/1,31 Euro für Videos)
Website: https://munal.mx

Palacio de Bellas Artes – Institution der schönen Künste

Der Palacio de Bellas Artes mit seiner prächtigen orange-goldenen Kuppel zählt zu den bekanntesten Bauwerken Mexiko-Stadts – und das völlig zu Recht. Zwischen 1904 und 1934 erbaut, vereint er Jugendstil mit italienischem Marmor an der Fassade und beeindruckt im Inneren mit eleganten Art-déco-Elementen. Ein echtes architektonisches Juwel, das außen wie innen begeistert. Heute ist der Palast der Schönen Künste nicht nur Museum, sondern auch Bühne für Oper, Theater, Literatur und Tanz. Für diese kulturelle Vielfalt wurde er bereits 1987 von der UNESCO als Kunstmonument ausgezeichnet.

Ein Rundgang führt euch auf zwei Stockwerken durch wechselnde Ausstellungen – von Malerei über Skulptur bis zu Fotografie ist alles dabei. Besonders eindrucksvoll ist die Dauerausstellung im Obergeschoss mit monumentalen Wandgemälden von Künstlern wie Diego Rivera, David Alfaro Siqueiros und Rufino Tamayo. Diese Werke gehören zu den wichtigsten der mexikanischen Moderne und spiegeln auf kraftvolle Weise die politischen und sozialen Umbrüche des Landes wider. 

Sonntags ist der Eintritt kostenlos. Da das Centro histórico am Wochenende jedoch brechend voll ist, lohnt es sich, bereits um 10:00 Uhr den Besuch zu beginnen. Anschließend bietet sich ein Abstecher zum schönen Museo de Arte Popular an, das ihr sonntags ebenfalls gratis besuchen könnt.

Café-Tipp: Im Erdgeschoss des Palacio de Bellas Artes gibt es zwar ein kleines Café, aber viel besser ist es, gegenüber ins Kaufhaus Sears zu gehen und die grandiose Aussicht auf den Palacio zu genießen. Fahrt einfach mit dem Aufzug in den 8. Stock und stellt euch in die Schlange beim Café Porfirio Díaz. Mit dem QR-Code an der Wand könnt ihr während des Wartens schon einen Blick auf die Karte werfen. Nach kurzer Zeit werdet ihr zu eurem Tisch gebracht und innerhalb von 15 bis 20 Minuten automatisch zu einem Platz mit direkter Sicht auf den Palacio geführt. So hat jeder einmal die atemberaubende Aussicht direkt vor der Nase. Dort gibt es nicht nur richtig guten Kaffee, sondern auch leckere Horchata und fantastisches pan de dulce. Der perfekte Ort, um eine Pause mit Aussicht zu machen.

Palacio de Bellas Artes 

Adresse: Av. Juárez S/N, Centro histórico, 06050 Ciudad de México
Metrostation: Bellas Artes (Linien 2, 8)
Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Eintritt: 95 Pesos/4,16 Euro (Kamera- und Videoaufnahmen: 30 Pesos/1,31 Euro) sonntags frei
Website: https://museopalaciodebellasartes.inba.gob.mx

Museo de Arte Popular – Die bunte Volkskunst Mexikos erleben

Wer es farbenfroh mag, sollte sich einen Besuch im Museo de Arte Popular nicht entgehen lassen. Hier dreht sich alles um mexikanische Handwerkskunst: von leuchtenden Textilien über kunstvolle Holzschnitzereien bis hin zu Totenmasken und den berühmten Alebrijes. Das sind bunte Fantasiewesen, die aus einer Mischung verschiedener Tiere bestehen, z. B. mit Katzenpfoten, Flügeln und Drachenschwanz. Sie wurden in den 1930er-Jahren von einem Künstler erträumt und sind heute ein fester Bestandteil der mexikanischen Volkskunst.

Tipp: Im Museumsshop könnt ihr viele der bunten Figuren als Souvenir kaufen, allerdings sind sie dort recht teuer. Günstiger (und oft genauso schön) findet ihr Alebrijes auf Kunsthandwerksmärkten wie dem Mercado de Artesanías de la Ciudadela oder dem Bazar Artesanal Mexicano.

Der Rundgang führt euch durch verschiedene Ausstellungsräume, in denen die Vielfalt der Kunsthandwerke und Regionalstile Mexikos lebendig wird. In interaktiven Bereichen könnt ihr dabei mehr über die Entstehung der Arbeiten und ihre regionalen Ursprünge erfahren.

Bei unserem Besuch hatten wir Glück und konnten zusätzlich eine Live-Darbietung einer Volkstanzgruppe erleben, was meinen kleinen Schatz völlig begeistert hat.

Das Museum bietet einen spannenden und farbenfrohen Einblick in Mexikos kreative Seele und ist ein lohnenswerter Besuch für alle, die das Land abseits der bekannten Museen in Mexiko-Stadt entdecken wollen. Es ist zwar kleiner als andere Häuser in der Stadt, aber dafür umso charmanter. Der niedliche VW-Käfer oder „vocho“, wie er in Mexiko genannt wird, war mein persönliches Highlight.

Tipp: Das Museum liegt ganz in der Nähe des Palacio de Bellas Artes und da auch hier der Eintritt sonntags kostenlos ist, könnt ihr beide Orte perfekt an einem Tag verbinden.

Museo de Arte Popular 

Adresse: Revillagigedo 11, Centro, 06050 Ciudad de México
Metrostation: Juárez (Linie 3)
Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Eintritt: 60 Pesos/2,63 Euro, sonntags frei

Museo Nacional de Antropología: Ein Blick in Mexikos faszinierende Vergangenheit

Das Anthropologie-Museum in Mexiko-Stadt ist eines der bekanntesten und bedeutendsten Museen Mexikos und ein Muss für alle, die sich für die präkolumbianischen Kulturen des Landes interessieren. Mit über 20 Ausstellungshallen bietet es eine beeindruckende Sammlung von Artefakten aus verschiedenen indigenen Kulturen, darunter der berühmte Sonnenstein und monumentale Skulpturen.

Ein Highlight im Inneren ist der Paraguas (Regenschirm)-Brunnen im Innenhof, dessen fallendes Wasser den Regengott Tlaloc symbolisieren soll. Der riesige Brunnen ist eine kraftvolle symbolische Darstellung der Bedeutung von Wasser und Regen in der aztekischen Kultur. Ein faszinierender Anblick.

Im Gartenbereich des Museums erwarten euch zudem nachgebaute Pyramiden, die spannende Einblicke in die Architektur der alten Kulturen Mexikos bieten. Diese Rekonstruktionen lassen euch die antiken Tempel und Zeremonienräume hautnah erleben und vermitteln ein realistisches Bild der religiösen und kulturellen Praktiken sowie der Baukunst der mesoamerikanischen Zivilisationen.

Trotz der beeindruckenden Ausstellungen wirkt die Größe des Museums schnell überwältigend. Ohne gezielte Vorbereitung oder Kontext kann der Besuch anstrengend und ermüdend werden. Daher lohnt es sich, entweder eine Führung zu buchen oder sich vorab mit den wichtigsten Aspekten des Museums vertraut zu machen. Das Museum bietet kostenlose Führungen von Dienstag bis Samstag an. Die Durchführung englischsprachiger Führungen ist dabei nicht garantiert. Alternativ könnt ihr über Plattformen wie Viator oder GetYourGuide private Führungen buchen oder einen Guide vor dem Eingangsbereich anheuern. In letzterem Fall müsst ihr euch über einen Preis einigen und vor Bezahlung sicherstellen, dass die sprachliche Kommunikation klappt.

Wenn ihr euch für Mexikos alte Hochkulturen interessiert, ist dieses Museum ein absolutes Muss. Aber plant dafür genügend Zeit und Energie ein.

Tipp: Da sonntags nur Mexikaner und Ausländer mit mexikanischer Aufenthaltsgenehmigung freien Eintritt haben, Touristen jedoch nicht, solltet ihr den Sonntag besser meiden, da es dann sehr voll wird.

Museo Nacional de Antropología

Adresse: Av. Paseo de la Reforma y Calzada Gandhi s/n, Polanco, 11560 Ciudad de México
Metrostation: Auditorio (Linie 7)
Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Eintritt: 100 Pesos/, sonntags frei für Mexikaner und Ausländer mit Aufenthaltsgenehmigung
Website: https://mna.inah.gob.mx

Castillo de Chapultepec – Schloss, Museum und Aussichtspunkt

Wenn ihr einen Ausflug in die grüne Oase von Mexiko-Stadt, dem weitläufigen Chapultepec-Park, unternehmt, dann solltet ihr unbedingt auch einen Abstecher zum Schloss Chapultepec machen. Hoch oben auf einem Hügel gelegen, thront das historische Bauwerk über dem Park und bietet einen der schönsten Ausblicke auf die Stadt, den ihr von der Schlossterrasse genießen könnt.

Der Name des Schlosses hat aztekischen Ursprung: Chapultepec bedeutet auf Nahuatl – der Sprache der Azteken – „Grashüpferhügel“. Kein Wunder also, dass euch im Park immer wieder stilisierte Grashüpfer begegnen. Lange bevor hier ein Schloss stand, nutzten aztekische Herrscher den Hügel als spirituellen Rückzugsort, als einen Platz zum Ausruhen, Regenerieren und um der Natur nahe zu sein.

Das Schloss selbst wurde im 18. Jahrhundert als Sommerresidenz für den spanischen Vizekönig erbaut. Später diente es unter anderem Kaiser Maximilian als Wohnsitz. Beim Rundgang durch die prunkvoll eingerichteten Säle bekommt ihr einen Eindruck vom Leben der damaligen Herrscher. Besonders sehenswert: die Privatgemächer Maximilians, die im französischen Stil gehalten sind. Viele der Möbel stammen aus der Zeit des Kaiserpaars oder waren tatsächlich in deren Besitz, darunter auch zwei Klaviere (Geschenke aus Europa), die heute im „Salón de los Gobelinos“ ausgestellt sind. Andere Stücke sind Reproduktionen, die das historische Ambiente ergänzen und euch in die damalige Zeit eintauchen lassen.

Das Schloss beherbergt darüber hinaus ein Museum zur mexikanischen Geschichte, das von der präkolumbianischen Epoche bis in die Moderne reicht. Unter dem Schloss geht es geheimnisvoller zu: Dort soll es versteckte Tunnel gegeben haben bzw. geben, angeblich als Fluchtwege für Präsidenten und andere wichtige Persönlichkeiten. Offiziell dokumentiert sind diese verborgenen Gänge allerdings nicht.

Tipp: Da auch hier der Eintritt sonntags für Mexikaner und Ausländer mit mexikanischer Aufenthaltsgenehmigung gratis ist und es entsprechend voll wird, solltet ihr nach Möglichkeit euren Besuch an einem anderen Tag planen oder schon sehr früh da sein. Beachtet zudem, dass der Zutritt mit Wasserflaschen und Snacks nicht erlaubt ist. Kinderwagen müssen vor Betreten des Schlosses in einer bestimmten Aufbewahrungszone zurückgelassen werden.

Castillo de Chapultepec

Adresse: Bosque de Chapultepec I Sección, 11580 Ciudad de México
Metrostation: Chapultepec (Linie 1, derzeit gesperrt wegen Bauarbeiten), alternativ: Auditorio (Linie 7)
Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 9:00 bis 17:00 Uhr
Eintritt: 100 Pesos/4,40 Euro
Website: https://mnh.inah.gob.mx/home-en

Museo de Historia Natural y Cultura Ambiental – Vom Dinosaurier bis zum Ökosystem

Gerade, wenn ihr mit Kindern unterwegs seid oder einfach Lust auf ein entspanntes Museumserlebnis habt, lohnt sich ein Besuch des Museo de Historia Natural y Cultura Ambiental, das im westlichen Teil des riesigen Chapultepec-Parks liegt. Schon von außen fällt das Museum mit seiner markanten, kuppelförmigen Architektur ins Auge. Die Dächer erinnern ein wenig an bunte Pilze.

Im Inneren dreht sich alles um die Naturgeschichte der Erde: von der Entstehung des Planeten über Dinosaurier bis hin zu Ökosystemen und Umweltschutz. Besonders beeindruckend ist das riesige Skelett eines Diplodocus, das in der Haupthalle thront. Nicht nur für kleine Dino-Fans toll anzusehen. Die Ausstellungen sind interaktiv und kindgerecht aufbereitet, aber auch für Erwachsene spannend gestaltet. 

Mein kleiner Schatz war besonders fasziniert von den vielen präparierten Tieren und Skeletten. Auch der kinetische Sand, mit dem viele Kinder gespielt haben, war ein Highlight. Draußen gibt es außerdem schön gestaltete Außenbereiche mit Pflanzen und Schautafeln, die das Thema Umwelt nochmal aufgreifen.

Wenn ihr also im Chapultepec-Park unterwegs seid und Lust auf eine Portion Wissenschaft mit Naturbezug habt, ist dieses Museum eine gute Wahl und besonders für Familien gut geeignet.

Empfehlung 1: Kombiticket Museo del Cárcamo de Dolores

Mit dem Ticket für das Naturkundemuseum ist auch der Eintritt ins benachbarte Museo del Cárcamo de Dolores inklusive. Von außen wirkt das Bauwerk ziemlich unspektakulär, es sieht wie ein leeres Schwimmbad aus. Tatsächlich handelt es sich um einen ehemaligen Wasserspeicher, der noch in den 1950er Jahren Teil des städtischen Wasserversorgungssystems war. An den Wänden und auf dem Boden des Beckens hat sich Diego Rivera mit dem monumentalen Wandgemälde „El agua, origen de la vida“ (Wasser, Ursprung des Lebens) verewigt. Das Gemälde zeigt in intensiven Farben, wie wichtig Wasser für das Leben auf der Erde ist.

Vor dem Gebäude ist ein riesiger Brunnen zu sehen (Fuente de Tláloc), der ebenfalls von Diego de Rivera erschaffen wurde. Er zeigt den aztekischen Regengott Tláloc in monumentaler Form, liegend und mit farbenfrohen Mosaiken geschmückt.

Empfehlung 2: Eine Runde mit der Seilbahn

Wenn ihr mit der Metro herkommt, könnt ihr ab der Station Constituyentes eine Station mit der Seilbahn (Cablebús) bis Panteón Dolores fahren – oder natürlich auch umgekehrt. Die Fahrt kostet gerade mal 7 Pesos/0,31 Euro und bietet euch fantastische Ausblicke auf die Skyline von Mexiko-Stadt und den Chapultepec-Park von oben. Eine schöne und günstige Möglichkeit, die Stadt mal aus einer anderen Perspektive zu sehen!

Museo de Historia Natural y Cultura Ambiental

Adresse: Av. de los Compositores, Bosque de Chapultepec II Sección, 11100 Ciudad de México
Metrostation: Constituyentes (Linie 7) 
Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Eintritt: 38 Pesos/1,68 Euro

Aquarellmuseum in Coyoacán – Ein echter Geheimtipp

Wenn ihr dem Trubel in Coyoacán für einen Moment entfliehen wollt, dann schaut unbedingt im Museo Nacional de la Acuarela vorbei, das erste Aquarellmuseum der Welt. Das ist ein echter Geheimtipp unter den vielen Museen in Mexiko-Stadt, den ich nur durch Zufall auf Google Maps entdeckt habe und der mich sofort begeistert hat. Das kleine Museum liegt eingebettet in einen idyllischen Garten, in dem es angenehm ruhig ist und der zum Verweilen einlädt.

Die Ausstellung verteilt sich auf das Haupthaus und einen Anbau, wo ihr wunderschöne Werke aus dem In- und Ausland sehen könnt. Auch wenn ihr keine eingefleischten Aquarell-Fans seid, lohnt sich der Besuch allein schon wegen der wunderschönen entspannten Atmosphäre. Im Garten gibt es ein charmantes kleines Café, in dem man eine Pause einlegen kann. 

Der Eintritt ist kostenlos. Nur wer fotografieren möchte, zahlt eine kleine Gebühr von 50 Pesos/2,21 Euro. Für mich war es nicht nur ein schönes Museum, sondern vor allem ein verwunschener Ort, den ich völlig unerwartet entdeckt habe. Ein Garten voller blühender Pflanzen, flatternder Schmetterlinge und wohltuender Ruhe. Ein Ort, an dem Kunst und Natur so sanft ineinanderfließen, dass man für einen Moment alles um sich herum vergisst.

Museo Nacional de la Acuarela – Alfredo Guati Rojo

Adresse: Salvador Novo 88, Coyoacán, 04010 Ciudad de México
Metrostation: Viveros y Derechos Humanos
Öffnungszeiten: täglich 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Eintritt: gratis
Website: https://acuarela.org.mx

Trotzki-Museum: Ein Einblick in das Leben des kommunistischen Revolutionärs Leo Trotzki

Ebenfalls in Coyocán befindet sich das Trotzki-Museum. Leo Trotzki war einer der führenden Köpfe der russischen Oktoberrevolution, Mitbegründer der Roten Armee und später einer der meistgesuchten Männer der Welt, nachdem er sich mit Stalin überworfen hatte.

Nach Jahren im Exil fand er in Mexiko politisches Asyl, gewährt vom damaligen Präsidenten Lázaro Cárdenas. In seinem Haus in Coyoacán lebte er unter ständigem Schutz, weil er Anschläge durch stalinistische Agenten fürchtete. Die Einschusslöcher eines ersten gescheiterten Mordversuchs sind noch heute in der Wand zu sehen. 1940 wurde er schließlich in seinem Arbeitszimmer, in dem er täglich bis zu zehn Stunden gearbeitet haben soll, mit einem Eispickel ermordet.

Das Museum zeigt viele originale Gegenstände aus dem Besitz von Leo Trotzki und seiner Frau Natalia: Bücher, Möbel, persönliche Fotos – und natürlich das Haus selbst, das einen sehr authentischen Einblick in ihren spartanischen Alltag gibt.

Auf einigen Fotos im Museum ist Trotzki mit Diego Rivera zu sehen, der sich stark für sein Asyl in Mexiko eingesetzt hatte. Die beiden waren zunächst enge Verbündete, doch die Beziehung kühlte merklich ab, nachdem eine kurze Affäre zwischen Trotzki und Frida Kahlo, Riveras Frau, bekannt wurde. Frida schenkte ihm später sogar ein Porträt von sich, das sie selbst gemalt hatte.

Das Museum ist deutlich weniger überlaufen als das nahegelegene Frida-Kahlo-Haus und wirkte dadurch und durch die Mischung aus geschichtsträchtigem Ort, persönlichem Rückzugsraum und Schauplatz eines politischen Dramas umso eindrücklicher. Wer sich für Geschichte interessiert, ist hier genau richtig.

Museo Casa de León Trotzky

Adresse: Av. Río Churubusco 410, Coyoacán, 04100 Ciudad de México
Metrostation: Coyoacán
Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr, montags geschlossen
Eintritt: 70 Pesos/3,10 Euro

Meine größte Enttäuschung

Das Frida-Kahlo-Museum steht bei den meisten Besuchern von Mexiko-Stadt ganz oben auf der Liste. Frida ist das bekannteste Gesicht des Landes, ihre Kunst, ihr Stil und ihre bewegende Lebensgeschichte faszinieren Menschen weltweit. Auch ich wollte schon lange das berühmte „Blaue Haus“ einmal von innen sehen. Zwei Mal hatte ich kein Glück mit den Tickets: Die Eintrittskarten auf der offiziellen Website sind oft schon Wochen im Voraus ausverkauft. Alternativ gibt es zwar meist noch welche über Plattformen wie GetYourGuide oder Viator, allerdings zu (deutlich) höheren Preisen. Beim dritten Anlauf hat es endlich geklappt, ich freute mich riesig auf den Besuch – und war am Ende ziemlich enttäuscht.

Das Museum war brechend voll. Obwohl nur eine bestimmte Anzahl an Personen zeitgleich eingelassen wird, wurde man regelrecht durch das Haus geschoben. In Ruhe etwas anzusehen war kaum möglich. Auch inhaltlich hat es mich nicht vom Hocker gerissen, wobei ich gar nicht sagen kann, was genau mich gestört hat. Es gab einige Bilder, ein paar persönliche Gegenstände, ein paar Pinsel, aber es wirkte alles einfach ein wenig fade und überkommerzialisiert. Nur den Garten fand ich wirklich schön. Den Souvenirshop am Ende kann man sich getrost sparen, lieblos und überteuert. Im Ergebnis bin ich mit dem Gefühl rausgegangen, dass ich mir diesen Besuch hätte sparen können.

Wer ein großer Fan von Frida Kahlo ist und unbedingt einmal in ihrem Wohnhaus stehen möchte, sollte auf jeden Fall versuchen, einen möglichst frühen Slot unter der Woche zu reservieren, um dem Besucheransturm zu entgehen.

Museo Frida Kahlo

Adresse: Londres 247, Coyoacán, 04100 Ciudad de México
Metrostation: Coyoacán
Öffnungszeiten: dienstags 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr, mittwochs 11:00 bis 18:00 Uhr, donnerstags bis sonntags 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr, montags geschlossen
Eintritt: Tickets müssen online für ein bestimmtes Zeitfenster gebucht werden (https://www.boletosfridakahlo.org), 320 Pesos/14 Euro
Website: https://www.museofridakahlo.org.mx

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